Excerpts from freier, issues 1–6, published by Simone Gilges /Neue Dokumente 2

Zwischen 2003 und 2005 hat Simone Gilges (1973–2023) den ersten Zyklus des Magazins freier mit vier Ausgaben zu den Schwerpunkten 1: Geist–Zeit, 2: Ost–West, 3: Stadt–Land, 4: KU MU MO POLI herausgegeben. Später folgten zwei weitere Ausgaben: Fall (2009) und Austausch (2014). Um eine Redaktion, eine Arbeitsgemeinschaft, zusammenfassen zu können, gründete sie zudem den Verlag „Neue Dokumente“ und mietete eine ehemalige Apotheke am Rosa-Luxemburg Platz, Berlin-Mitte an. Dort fanden von 2003–2005 neben der redaktionellen Arbeit und den Release-Veranstaltungen der jeweiligen Ausgaben auch Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Happenings statt. In der Folge nutzte Simone Gilges die Plattform, um in nationalen und internationalen Institutionen ihre Idee eines autonomen Raumes nomadisch weiterzuführen.

Seit den 90er Jahren hat Simone als Fotografin, Künstlerin und Herausgeberin die Berliner Kunstszene mitgeprägt und bereichert. Sie war eine Mitgründerin der Künstler:innengruppe Honey-Suckle Company. Für Bands wie Jeans Team oder Stereo Total hat sie Musikvideos und Cover­designs entwickelt und realisiert. Als Solokünstlerin hat sie einen einzigartigen Kosmos erschaffen. Auch hier lud sie gelegentlich befreundete Künstler:innen ein, mit ihr gemeinsam Werke zu kreieren.

Simone war es zeitlebens wichtig, autonom und frei zu sein.

Mit dem freier hat sie nicht nur für sich, sondern auch für einen erweiterten Freundeskreis eine unabhängige Plattform ermöglicht und damit ein außergewöhnliches Zeitdokument geschaffen.

Simone Gilges konnte auf besonders liebevolle und intelligente Art genau hinsehen. Ihre Person und ihr Talent, Menschen und ihre Arbeit in eine Gemeinschaft einfließen zu lassen und so einen öffentlichen Raum zu schaffen – ohne dass je das Gefühl aufkam, dass sie diesen Raum für sich selbst beanspruchte – wird von uns sehr vermisst.

*
freier – ist ein Magazin für Befindlichkeit
freier – ist ein Sammelband zur Zeit
freier – ist ein Adjektiv, weshalb „freier“ hier auch klein geschrieben wird

Text: Nina Rhode, Martin Eberle, Lina Launhardt, Jens Mentrup
Bildauswahl: Starship; Repros: Martin Eberle

links: Cover „Geist-Zeit“, 2003:
Nico Ihlein, Die Tugend

rechts: Cover „Ku Mu Mo Poli“, 2004:
Gefunden und zu benutzen
links: Backcover „Fall“, 2009: Operation gegossenes Blei.
Foto: Simone Gilges

rechts: Backcover „Geist-Zeit“, 2003:
Heinz Peter Knes, Polizei, 2000
„Geist-Zeit“,
links: Martin Eberle: o.T., 2003, 84x140 cm, s/w Laserdruck auf Papier
rechts: Inhalt
„Geist-Zeit“,
aus Beitrag: freier, Sim Gil*,
links: Foto: Sonja Müller, Text: Frau Korn
„Ost-West“,
aus Beitrag: Dobrze, Sabine Reinfeld, Juliane Solmsdorf, Sim Gil
„Ku Mu Mo Poli“,
aus Beitrag: Diary of Paris, Simone Gilges, 2000–2003,
links: Foto: Peter Schindler,
rechts: oben: Zupfgeigenhansel im Künstlerhaus Stuttgart,
unten: Père-Lachaise, beide 2003
„Ost-West“,
links: Ein Kinderspiel, Bush und Bo Gilges, Foto: Sim Gil, 2004,
rechts: „Geist-Zeit“, aus Beitrag: Eswerde, Honey-Suckle Company, 2003
„Fall“,
Cour a Dakar, Zille Homma Hamid, 2008
„Ku Mu Mo Poli“,
aus Beitrag: Ohn End / Eaude, Honey-Suckle Company, 2005

Index

S. 38 links: Cover „Geist-Zeit“, 2003: Nico Ihlein, Die Tugend

S. 38 rechts: Cover „Ku Mu Mo Poli“, 2004: Gefunden und zu benutzen

S. 39 links: Backcover „Fall“, 2009: Operation gegossenes Blei. Foto: Simone Gilges

S. 39 rechts: Backcover „Geist-Zeit“, 2003: Heinz Peter Knes, Polizei, 2000

S. 40 oben: „Geist-Zeit“, links: Martin Eberle: o.T., 2003, 84x140 cm, s/w Laserdruck auf Papier, rechts: Inhalt

S. 40 unten: „Geist-Zeit“, aus Beitrag: freier, Sim Gil*, links: Foto: Sonja Müller, Text: Frau Korn

S. 41 oben: „Ost-West“, aus Beitrag: Dobrze, Sabine Reinfeld, Juliane Solmsdorf, Sim Gil

S. 41 unten: „Ku Mu Mo Poli“, aus Beitrag: Diary of Paris,

Simone Gilges, 2000–2003, links: Foto: Peter Schindler,
rechts: oben: Zupfgeigenhansel im Künstlerhaus Stuttgart,
unten: Père-Lachaise, beide 2003

S. 42: links: „Ost-West“, Ein Kinderspiel, Bush und Bo Gilges,

Foto: Sim Gil, 2004, rechts: „Geist-Zeit“, aus Beitrag: Eswerde, Honey-Suckle Company, 2003

S. 43 oben: „Fall“, Cour a Dakar, Zille Homma Hamid, 2008

S. 43 unten: „Ku Mu Mo Poli“, aus Beitrag: Ohn End / Eaude, Honey-Suckle Company, 2005

S. 44 oben: „Ku Mu Mo Poli“, aus Beitrag: Einbildung, Petr Kisur, 2005, Foto Sim Gil. Darsteller: Rolf Estermann; Dank an Kino Central, Berlin

S. 44 unten: „Geist-Zeit“, aus Beitrag: freier, von Sim Gil, Foto: Honey-Suckle Company, 2003

S. 45 oben: „Stadt-Land“, Ninja Pleasure, Newzealand Wald, 2000

S. 45 unten: „Stadt-Land“, Ninja Pleasure, Brief Nr.26, 1999

S. 46 oben: „Ku Mu Mo Poli“, links: Simone Gilges, Openings, 2005, rechts: Dr. O. Bödele, aus Beitrag: Vorarbeiten zu einer neuartigen Biografie

S. 46 unten: „Stadt-Land“, links: Gabriel Zuchtriegel, Wilder Sex und ein friedliches Leben, rechts: Heinz Peter Knes, Keine Jugend ist eine Jugend ohne Tugend, 2000

S. 47 oben: „Stadt-Land“, Ninja Pleasure, Cosmic Orgasm, 2000

S. 47 unten: „Austausch“, Tempo Masina Laboratorium, collective ritual in Berlin, 2013, initiated by Alexej Tchernyi

S. 48 oben: „Stadt-Land“, aus dem Buch Nature Morte, 2001/3, Martin Eberle

S. 48 unten: „Geist-Zeit“, Honey-Suckle Company, aus Beitrag: Eswerde, Text von Nico/HSC, 2003

S. 49 oben: „Ost-West“, aus Beitrag: Wachschutz für Belgrad, Fotos: Lena Braun a.k.a. Barbie Deinhoff, 2004

S. 49 unten: „Geist-Zeit“, aus Beitrag: New Age, Petr Kisur, links: Bild von Ulrich Wulff, rechts: Honey-Suckle Company, aus Eswerde, 2003

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